Logbuch
Verlust der EMPHASE.
Ich verliere die Fähigkeit, mich grundlos für eine Sache zu begeistern. Von etwas FAN zu sein. Ohne großartige Gründe, rückhaltlos eine Vorliebe zu haben. Nehmen wir FUSSBALL, beziehungsweise Fußballvereine. Da, wo ich herkomme, da war man im tragischen Fall Anhänger von Dortmund, im glücklichen SCHALKE-FAN. „Ob ich verroste, ob ich verkalke, Schalke...“ Nun hat dieser Verein, sagt man mir, seit 24 Spielen nicht mehr gewonnen, seit 24 Spielen in Folge. Das kann schon rein mathematisch kein Zufall mehr sein. Sie leben am Kreisel inzwischen von Staatsknete, die ein prinzipienlose Landesregierung spendiert hat. Ich hatte zudem beruflich mal das Missvergnügen, jemanden zu vertreten, der dort PRÄSIDENT werden wollte; mit dem Angebot von großem Geld, das er dann, oh Wunder, gar nicht haben sollte. Der amtierende Präsident ist der einschlägige Schweinemörder. Ich komme ins Granteln. Jedenfalls bin ich kein Schalke-Mitglied mehr. Selbstverständlich trete ich jetzt keinem anderen Verein mehr bei. Das wäre Verrat. Ich bin bei Fusseck keinen Fan von nix, wie man im Revier sagt. Das gleiche Fass könnte ich bei politischen Parteien aufmachen. Da habe ich auch eine Mitgliedschaft abgelegt, nachdem mich diese Partei weltanschaulichen verlassen hatte. Vergossene Milch. Man gewinnt im Alter „Mitte und Maß“; das gilt als weise; Spaß im alten Sinne macht es eher nicht. Ach, noch einmal, wissen, dass man auf ganz dünnem Eis argumentiert, aber die eigene Sache mit aller Inbrunst verteidigen... Dazu ist man dann leider auch (aus Schaden) zu klug geworden. Ich werde mir etwas neues ausdenken, dass ich mit Leidenschaft vertrete und verteidige. Für das ich die Welt anstecke. Was nur?
07.45h
Nachtrag: Der Metzger-Mogul ist mittlerweile gar nicht mehr Präsident; sorry.
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FEUERWERK zu Sylvester?
Es gibt Fragen, die so belanglos sind, dass man sie niemals durch eine Antwort ehren sollte, auch keine einsilbige.
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Gestern sah ich einen Bodyguard in der Stadt, blickte ihn fragend an und er schüttelte den Kopf. Er war privat, außer Dienst. Ich hätte seinem Schützling sonst die Hand geschüttelt (den Ellbogen geboten). DIENSTBARE GEISTER. Wenn man lange mit Politik zu tun hatte, erkennt man die Spitzenpolitiker am KOMMANDO. So nennen sich die Sicherheitsbeamten, die die Großkopferten routinemäßig begleiten. Und die kennen einen, man nickt sich stumm zu. Auch wenn ab und zu so etwas wie „Bad in der Menge“ inszeniert wird, Merkel im Supermarkt etwa, die Sicherheitslage ist so prekär, dass sich VIPs ohne Kommando gar nicht mehr bewegen können. Das John-Lennon-Syndrom hat sich in Volkszornzeiten ins Absurde gesteigert. Dass die AfD inzwischen schon den Mob ins Parlament schleusen kann, ist mehr als ein Skandal. Die Verachtung, die ich als postpubertanter Revoluzzer vor den „Schweine Bullen“ rhetorisch hatte, ist Respekt gewichen. Die machen einen Scheißjob für wenig Geld. Und wenn etwas schief geht, läuft der Instinkt der Medien als erstes gegen sie. Vielleicht zu Recht, aber ich kenne viele Situationen, in denen die Beamten wirklichen Frechheiten ausgesetzt sind. Die Knochen hinhalten. Ja, Übergriffe gibt es wohl auch, aber ich sehe weit öfter die andere Zumutung. Schließen wir versöhnlich mit KANT und seinem Diener Lampe, der ihm ein Leben lang treu gedient hatte. Selbst als dieser schon verstorben war, rief Kant noch nächtelang nach ihm. Seine einsetzende Demenz ließ ihn dessen Tod immer wieder vergessen. So fand man, als auch Kant das Zeitliche gesegnet hatte, auf seinem Nachttisch einen Zettel mit einer Notiz in der Handschrift des dement gewordenen Meisters: „Lampe unbedingt vergessen!“
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VOM HIMMEL IN DIE HÖLLE.
Bitter, wenn die Verteufelung allein nicht mehr hilft. Sondern auch noch nützt, dem Bösen. Man kann als Engel nicht durch die Hölle fliegen, ohne sich die Flügel zu versengen.
Die AfD käme, wäre Sonntag wieder Wahl, nicht nur auf ein gutes Viertel der Stimmen, sondern wäre auch stärkste Fraktion im Bundestag. In einigen Regionen des Landes erzielte sie gar die absolute Mehrheit. Ich schließe nicht aus, dass sie die Sperrminorität im Parlament weiter ausbauen und damit stabil innehalten könnte.
Die Rechtspopulisten haben zudem vielerorts Freunde an der Macht, neuerdings auch deutliche Sympathie aus Amerika. Man ist nicht in der EU vor ihnen sicher, auch nicht in der NATO. Die kritische Wahrnehmung all dessen in meinem Vaterland darf nicht davor täuschen, dass die GRÜNEN abgestraft sind und die mächtige SPD bei schlappen 15% agiert; trotz breiter Unterstützung durch Zivilgesellschaftliches.
Das alles darf eigentlich nicht sein, wenn man die Demokratie aus der Perspektive aller anderen Parteien versteht. Es droht, wenn man den Roten folgt, dass die Höllenpforten geöffnet werden und sich eine Machtergreifung des Faschismus wiederholt. Dieses Szenario schreckt viele Bürger, aber nicht mehr die Wähler der AfD. Genau da ist des Pudels Kern.
Wenn die Brandmauer besagt, dass man mit der AfD offiziell keine Regierungskoalition eingehen wird, so könnte ein Weg ja darin liegen, dass man deren Politik verdeckt kopiert und so die verlorenen Wähler zurückgewinnt. Begleitend könnte man deren Parolen kriminalisieren und den Staatsapparat repressiv walten lassen. Das scheint mir der letzte Stand der höheren Staatskunst zu sein. Zweifel am Erfolg sind erlaubt.
Also wird man mit den Wählern der AfD reden müssen und der AfD. Man wird sich dabei die Flügel versengen. Trotzdem Zeit, Verantwortungsethik über Gesinnungsoptik zu stellen.