Logbuch

KÖNIG DER HERZEN.

Die Krönung von CHARLES III. ist ein gigantischer Anachronismus. Ich bin bis in den letzten Winkel meines Verstandes gegen diese Tradition der Adelsherrschaft, die mit dem Konzept der REPUBLIK endgültig ins Museum gehört.

Sie werden ihn, der seine Mutter im Moment ihres Todes beerbt hat, aber heute salben. Wie einst der Prophet Samuel den Saul als ersten König Israels. Ausdruck des Gottesgnadentums. Alter!

Und dieser grüngesinnte Birnemann hat die tierischen Bestandteile der Heiligen Salbe auch noch durch veganes Olivenöl ersetzt. Rühmt er sich. So buhlt die Monarchie um den Zeitgeist. Peinlich. Abgrundtief peinlich. Gottes Herrscher fährt heute in einer goldenen Kutsche durch die Stadt, zur Verzückung seiner Untertanen. Ein Mann, der seine Concubine geheiratet hat. Schon dafür gehört er gehängt. Wir wollten Lady Di, richtig?

Einräumend, dass dies alles eine pompöse Peinlichkeit ist, streikt mein Herz bei der Verachtung. Republikaner von Verstandesvermögen und aus Vernunftgründen, aber in der Seele doch beeindruckt. Wer als Staatsoberhaupt nur die abgeschmackte Vordergründigkeit eines Frank Walter Steinmeier hat, der versteht, auf welcher Sehnsuchtswelle Charles der Dritte schwimmt.

Womit ich bei Friedrich Merz bin und der Frage der beliebtesten Politiker. Unter den Top Ten haben die Sozis Olaf, den Zögerer, und Bumm-Bumm Boris, den Pistorius (lat. Bäcker). Die Grünen als ihre Helden den Vetternfreund Robert und die Kuhsine im Auswertigen. Die Gelben haben den Christian, König von Sylt, und einen Buschmann bei der Justiz. Und weiter beliebt unter den ersten Zehn, noch eine rote Trotzkistin und ein brauner Anstreicher aus Sachsen.

Was aber hat die größte Fraktion? Was haben CDU und CSU? Wen lieben die Menschen von den Schwarzen? Unter den Top Ten nur ein Konservativer: Friedrich Merz, der leere Anzug. So wird das nix. Politik ist die Inszenierung des Wünschbaren. Deep down in your heart. Siehe Obama, der vorgestern mit Angie im Ponte essen war; meist überschätzter Italiener der Stadt.

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ENTEHRUNG.

Der tragische Niedergang eines Charismatikers lockt die Heckenschützen an die Gewehre. Shooting the dead. Solche Schadenfreude ist mir fremd.

Mich irritiert, wie Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder öffentlich entehrt wird. Ich finde das schofel. Es ist mir peinlich.
Ja, vielleicht wirkt er selbst daran mit. Trotzdem ist es nicht in Ordnung.

Zu seinen Geschäften im Ruhestand, da sage ich nichts; es gab da schon vorher Gestalten, die sich meiner Verachtung sicher sein konnten. Daran habe ich nie einen Zweifel gelassen.

Der Mann hat große Verdienste. Zudem schätze ich ihn als Person. Ich habe seine Solidarität zwei, drei Mal in Anspruch nehmen müssen und er hat sie, was er nicht musste, gewährt. Das vergisst man nicht.

Was immer man von seiner nachdienstlichen Beratertätigkeit hält, wenn ich jetzt sehe, wer alles ihn wie abzumeiern sucht, auch von jenen, die ich noch als Speichellecker erinnere, das ist mir unangenehm.

Und seine Partei dabei in vorderster Reihe. Das sagt mehr über sie als über ihn.
Punkt.

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DIE WÄRMEPUMPE.

Mein Freund sagt: Wir leben in einem Land, in dem wir frei entscheiden können, welches Geschlecht wir wählen, aber nicht, welche Heizung. Ihn irritiert, dass eine Bundesregierung eine spezifische Technik zur Raumheizung vorschreiben will. "Sie sagen mir nicht nur, was ich machen soll, sondern auch noch, wie."

Niemand kann gegen Sonne und Wind sein, der bei Verstand ist; eh klar. Gespräch mit einem wirklichen Fachmann. Ich rede mit einem Handwerker, der das in zweiter Generation macht (und dessen Kinder gerade übernehmen). Der sagt mir: "Wir haben mit den Wärmepumpen nur Ärger. Nach drei Jahren fangen die Dinger alle an rumzuzicken; Du fährst zweimal die Woche raus. Die Kunden maulen nur noch. Nach zehn Jahren sind sie kaputt."

Ein Ölbrenner, sagt mir der gleiche Mann, hält zwanzig Jahre. Und ein Holzkamin hundert. Na gut, wir haben dann mal einen Ofen in den Kamin gesetzt, weil der weniger staubt, aber dann hat man für weitere 25 Jahre Ruhe. Der Mann hat mit mir gerade ein Passivhaus gebaut, das zuvor zwei Jahrhunderte auf dem Buckel hatte. Und jetzt noch mal hundert vor sich. Man komme uns auf dem Dorf also nicht belehrend mit dem Thema Ökobilanz.

Die Menschen stört nicht so sehr, dass politisch entschieden wird, russisches Pipeline-Gas durch amerikanisches Fracking-Gas zu ersetzen und das Rohr durch den Tanker. Primat der Politik. Mich persönlich, Kind der Ruhr, stört schon gar nicht die aktuelle Kohle-Renaissance, auch wenn mir Steinkohle mehr am Herzen liegt als dieses schnittfeste Wasser namens Braunkohle. Und Fragen der Kernenergie entscheidet man nicht durch Fingerschnippen, einverstanden.

Primat der Politik, das heißt Entscheidungen möglichst vor Ort und immer verlässlich; im Amtsdeutsch:  sachlich begründete Rahmenbedingungen, Subsidiarität und Rechtssicherheit. Es heißt nicht: mein Schwager ihm sein Trauzeuge von der So-und-so-Stiftung findet übrigens Wärmepumpen ganz ganz toll.

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FREIHEIT VON FORSCHUNG UND LEHRE.

Sie kennen die Ausflüchte der schwarzen Präsidentin von Harvard Claudine Gay (sic), wissen aber nichts von den Tätowierungen des Pete Hegeth? Das wird nicht reichen. Der gelernte TV-Kommentator ist nicht nur Verteidigungsminister im Kabinett Trump II, er ist eine Ikone der Neuen Rechten, die Vor-Herrschaft (sic) will. Harvard wird gerade geschleift. Der ideologische Anspruch dabei ist nicht bescheiden: DEUS VULT; Gott will es.

Das war der Traum der fürsorgenden Mutter, als die sich die Universität versteht: Hier darf erforscht und gelehrt werden, was immer jedes ihrer Kinder sich zutraut. Akademische Freiheit, garantiert von der ALMA MATER. Wertschätzen wird das jeder, der sich historisch das Gegenteil vergegenwärtigen mag. Forscher wurden wegen ihrer Lehrmeinungen vertrieben, verfolgt, verbannt und verbrannt.

Man mag sich an den Zweifel erinnern, ob die Erde als Werk Gottes im Zentrum aller Gestirne steht und Sonne wie Mond um sie kreisen. Daran war ja Zweifel aufgekommen bei denen, die durch ein unseliges Fernrohr blickten oder Schriftgelehrte aus Syrien lesen konnten. Ketzer wurden vernichtet, behielten in der Sache aber Recht. Der kopernikanische Wende.

Jetzt sehe ich eine politische Bewegung in den USA nah der Macht, die die Kreuzzüge als Gottes Wille verehrt; man hat sich das Motto tätowieren lassen. Der Kampf wird dem linken Zeitgeist angesagt: Keine Pronomina, keine Typen in Kleidern, keine Umwelt-Obsessionen mehr. Vielfalt, Gleichheit und Inklusion gelten als Fehlleitung. Mit der Propaganda-Folklore der neurechten Alt-Right werden Universitäten verächtlicht und in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Gestählte Oberkörper mit Jerusalemkreuz statt wokem Wahnsinns.

Zu den Pronomina habe ich bereits alles gesagt, was man dazu sagen kann; ein Spuk. Jetzt aber soll ich ernsthaft über Weiße Überlegenheit reden, jedenfalls gegen den Islam und vor allem jedweden Zug des Liberalen tilgen. Man darf der Aufklärung abschwören. Obwohl religiös gänzlich unmusikalisch klingt das Wort des augustinischen Papstes in mir nach, nach dem das Böse in der Welt sei und nicht obsiegen soll. Ich habe Zweifel, dass eine Flucht hinter die Bücher die neuen Kreuzritter beeindruckt.

Jetzt mal ehrlich: Nie war die Uni eine Idylle. Sie ist das Schlachtfeld, auf dem gerade noch gesichertes Wissen mit neuen Horizonten kämpft. Und die großen Weltanschauungen ihre Söldner rekrutieren. Es war bisher nur Konsens, dass dies dort, unter dem Rock der Alma Mater, mit friedlichen Mitteln passieren soll, jedenfalls nicht mit militärischen, schon gar nicht mit geheimdienstlichen oder einem Heckenschützentum widerlichster Art. Dieser Konsens steht zur Disposition. Nicht mehr und nicht weniger.

Mutter der Weisheit, werde wach. Deine Gatten sind mordlustig. Mal wieder.