Logbuch
SCHNAPS AUS DER KELLE.
Woher kam der Montanbrauch, nach der Schicht einen halben Liter Korn aus dem Fass per Kelle je Mann auszuschenken? Die englische Marine gab traditionell ein Rumdeputat aus. Das Matrosenrecht auf 8 Pint Bier täglich wurde gewandelt in 1 Halfpint Rum; die Rumration hörte auf den Spitznamen „tot“. Under Ages kriegten Grog. Unter den Augen eines strengen Offiziers standen die Matrosen mit ihrem Becher zur Ausgabe an, immer mittags. Die Becher wurden niemals gespült, weil man da abergläubig war. Die Fassstärke soll da gelegen haben, wo heute noch der österreichische Stroh-Rum liegt; kaum vorstellbar.
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Das Virus erreicht die Throne. Da hilft keine Propaganda. By the way: Ganze 54 Kommilitoninnen und Kommilitonen haben sich für mein Seminar im Wintersemester angemeldet; eigentlich eine gute Nachricht. Aber wir werden uns nur über Zoom virtuell sehen und hören können. Thema: PR gegen die Pandemie? Mit Fragezeichen. Ach so, ja, ich rede nicht von STUDIERENDEN (w/m/d), weil es, gerade in diesen Zeiten, ernsthaft Mitkämpfer sind, das meint nämlich das Kom (zusammen) militare (kämpfen). No gender gaga.
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Dazu, was man da aus den USA und aus GB an Spitzenpolitiker Einlassungen vernimmt, an vulgärer Demagogie und mangelnder Würde im Umgang, dazu ist nur noch SCHWEIGEN angemessen. Von wem stammt eigentlich der Begriff „Erkenntnisekel“?
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MÜDE MÄNNER.
Keine weiteren Wortwitze über Lars Klingbeil; der Mann ist im Amt. Das sage ich auch über Friedrich Merz. Auf den Schultern dieser beiden Männer ruht die Verantwortung für‘s Land. Nicht nur, aber auch. Ich habe aus der Naherfahrung ein Gefühl dafür, wie hoch der Arbeitsdruck ist. Deshalb mein Respekt! Das ist mein bitterer Ernst. Hier endet des Hofnarren Macht. Alles Gute, Lars!
Mir fällt schon seit längerem auf, wie respektvoll sich jene Politiker untereinander behandeln, die mal „ChefBK“ waren. Ein Mörderjob, Leiter des Bundeskanzleramtes. Jedenfalls traf ich gestern Lars am späten Nachmittag und er sah echt müde aus. Nicht jene Müdigkeit, die mit einem beherzten Gähnen verflogen wäre, sondern die böse, die sich in der Knochenmühle ins Hirn frisst. Und ich wusste: Das, lieber Lars, wird Dich jetzt nicht mehr verlassen. Schlafentzug.
Sleepy Joe Biden wurde verspottet. Man sagt, dass ein starker Kaffee helfe; aber das ist Hausfrauen Schnack. Churchill hat Whisky „the lifeblood of all tired men“ genannt und er war solche Stützen gewohnt; schon als junger Mann ging er nicht ohne Adjutant ins Feld. Schließlich musste ihn jemand morgens anziehen. Zum Kaffee gehört der Tabak. Schröder genoss mit großem Sachverstand seine Kubaner; er hat mich mal mit einer Zigarre aus anderen Gefilden erwischt und harsch getadelt.
Drogen und Macht sind ein Thema, so wie Drogen und Krieg eines sind. Aber das ist, wie Kipling sagt, eine andere Geschichte. Ich wünsche von frischen Jünglingen regiert zu werden, weiß aber, dass die Welt nur müde alte Männer hat. Wie ist das eigentlich bei Frauen? Angela Merkel sah ja immer bettreif aus. Kann man sich die Eiserne Lady müde vorstellen oder Ursula von der Leyen? Nun, die ist Ärztin und kann sich selbst ein Rezept ausstellen. So bleibt man resp. frau auch schlank.
Meiden wir Mädchenwitze und sprechen in allem Ernst geschlechtsneutral von müden Menschen an der Macht. Schlafentzug ist Folter. Das beunruhigt mich. Ich will von AUSGESCHLAFENEN regiert werden. Vielleicht würde eine Pflicht zum Mittagsschlaf wie in der Kita auch in der großen Politik helfen. Mein Ernst.