Logbuch
REDE FREIHEIT.
Die amerikanische Vorstellung „freedom of speech“ ist mit REDEFREIHEIT eigentlich verkürzt ausgedrückt: gemeint ist das Recht auf INDIVIDUALITÄT; sie zu haben und sie zum Ausdruck zu bringen. Solange dadurch nicht legitime Rechte anderer beschnitten werden.
Nun gehört es zu den unangenehmen Eigenschaften von vielen Inhabern einer Meinung, dass sie andere Auffassungen nicht schätzen. Daher ihr Wille, zu belehren oder gar zu zensieren oder gar der Wunsch, Ungläubige, sprich Anders- oder Nichtgläubige umzubringen. Jedenfalls ihnen das Recht auf Eigentum zu nehmen.
Wer nur anders denkt, weil die Gedanken frei sind, entgeht dem Zorn der Unduldsamkeit; kritisch wird, wer Stimme hat und Verbreitung findet. So wurde an der Pressefreiheit schon immer kritisiert, dass sie die Freiheit der Verleger sei, Redakteure ihre Meinung schreiben zu lassen; die der Verleger. Herrschende Meinung als Meinung der Herrschenden.
Elon Musk ist Verleger; ihm gehört Twitter. Dort fragt er jetzt gerade (unter seinem Klarnamen), ob den Deutschen klar sei, dass mit Steuergeldern Seenotrettung im Mittelmeer betrieben werde, was faktisch dem wirtschaftlichen Kalkül der Schleuser entgegenkommt. Weitere Quellen: Es sollen staatliche Mittel dafür sogar nach dem grünen Trauzeugenverfahren vergeben worden sein.
Damit ist einer Debatte um Compliance bei den Grünen und in der Migration der Kritik an Pull-Faktoren Futter geliefert. Das mögen die Migrationsromantiker beides nicht. Auch Sozis fordern den Skalp des kalifornischen Oligarchen.
Musk verbucht seinen Impuls aber unter „freedom of speech“. Die Angegriffenen heulen auf und verlangen die Enteignung des Milliardärs. Ein Springer-Journalist vergleicht ihn gar mit Hugenberg, dem man vorwerfen kann, die Machtergreifung der Nazis unterstützt zu haben.
Elon Musk hat auf Twitter 157 Millionen Jünger („follower“). Die wiederum Abermillionen weitere Anhänger haben. Das haben all diese Menschen freiwillig so entschieden. Solange er als Eigner von Tesla damit Batterieautos verkaufte, war das toll. Jetzt, da er die Migrationspolitik kritisiert, da ist er vogelfrei. Er selbst sagt, das sei ihm egal. Er sage, was er wolle. Und wenn es ihn Geld koste, dann sei das halt so.
Die Freiheit des Oligarchen.
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KEINE GEHEIMTIPPS.
Die ehrwürdige FAZ, manche nennen sie auch „alte Tante“, hat die Weine des Elsässischen besprochen und von einer Verköstigung dreier Experten berichtet. Man hat die Grand Crus schnabuliert und war vom symphonischen Charakter begeistert. Da geben die Beckmesser dann 94 oder 95 Punkte von 100.
Der Artikel gefällt mir, weil er meiner Meinung ist, also Qualitätsjournalismus. Man bestätigt dort, dass der beste Riesling überhaupt von Trimbach in Hunawihr gemacht wird, auf den kalkreichen Rosacker gedeiht der CLOS STE. HUNE. Die FAZ preist den Jahrgang 2017. Darüber kann man streiten. Ich finde 2005 besser, habe aber über die Jahre nur drei Flaschen vom 2005 erwischt.
Jetzt aber das Marketing-Wunder: der Wein ist so gut wie nicht zu kriegen und das Fläschchen kostet immer rund 500 € im Einkauf (so man ihn kaufen kann). Alter Schwede, eine halbe Glatze für 0.7 Liter.
Die Kalkulation von Restaurants legt den Faktor 3 bei Weinen an; nur in einer solchen Mischkalkulation ist ein Sterneladen zu betreiben. Er muss dort ein oder zwei Riesen kosten. Ich schaue in einem Topladen in die Karte und finde alle Jahrgänge des CLOS STE HUNE bei 500 bis 700 €; ein absolutes Schnäppchen.
Ich spreche den Maître Oliver N. darauf an, als er die Restaurantrunde macht. Er sagt, er habe vor Jahren einen Keller übernommen und den CLOS dabei günstig geschnappt. Das gäbe er jetzt weiter. Das finde ich mehr als fair. Ich nehme ihn zu einem Aal in grün und einer Gamspastete in Blätterteig.
Wo das war? Nein, Freunde, bleibt Ihr mal brav bei Eurem Edelzwicker im CHEZ HANSI. Die Adresse verrate ich nicht.
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DIE ERSTE GEIGE.
Gestern in der Berliner Philharmonie ein Kunstgenuss besonderer Art: der französische Pianist Alexandre Kantorow mit Franz Liszts Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 in A-Dur. Ich habe keine Ahnung von Musik, beschäftigte mich daher mit Fragen der Soziologie.
Die Erste Geige heute eine Frau; hatte ich hier noch nie. Als die Blondine das Orchester eingangs auf den Kammerton einstimmen will und fast beiläufig auf dem Flügel die Taste anschlägt, wird sie zwei, drei Sekunden von der Meute ignoriert. Man kann spüren, wie eine ganze Horde in vorgetäuschter Langeweile wegschaut. Dann folgt man. Schließlich betritt der Dirigent (ein Tugan Sokhiev) die Bühne und beendet am Pult das Interregnum endgültig.
Ich bin mir sicher: Sie kämpft noch um ihre Autorität, die Erste Geige. Im zweiten Teil des Abends fällt das nicht mehr auf, weil Schostakowitsch angesagt ist, ein bombastischer Revolutionskomponist überbesetzten Lärms. Furchtbar. Aber wie gesagt, ich habe keine Ahnung; und ihn adelt, dass Stalin ihm an die Wäsche wollte. Aber ist pompös und langatmig.
Bei dem feinsinnigen Franz Liszt konzentriere ich mich auf die Mimik der Ersten Geige. In ihren fast strengen Gesichtszügen spiegelt sich in immer neuen Varianten die Erwartung und ein Lächeln darüber, wie der anämische Pianist den Wohlklang löst. Ich bin fasziniert. Eine Kennerin genießt ein Genie. Das war vielleicht eine Viertelstunde, diese beiläufige Innigkeit, länger ist der Liszt nicht, aber sehr spannend.
Ich glaube, die Blondine ist in den französischen Solisten verknallt und die Chauvis im Orchester eifersüchtig. Könnte gut sein. So vertreibe ich mir die Zeit beim Konzert.
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HERRENAUSSTATTUNG.
Nie mache ich zur Kleidung von Frauen in der Politik Bemerkungen; auch nicht zu dem Perlhuhn der Neuen Rechten. Gilt als frauenfeindlich. Aber auch der Herr von Welt bedarf der Ausstattung. Das ist ein echter Beruf, der des Herrenausstatters. Siehe Schröder und sein Brioni. Oder Markus Söder und das Jankerl. Aber VORSICHT. Dünnes Eis. Man will wegen solcher Bemerkungen ja nicht als Nazi gelten.
Der Jörg Pilawa aus Poppenbüttel ist seit gestern mit den höchsten Persönlichkeiten des Staates auf repräsentativen Fotos zu sehen. Er steht an der Seite der Zweiten Frau im Staate, der Bundestagspräsidentin, weil er, so vermute ich, ihr neuer „walker“ ist, die privat verbundene Begleitperson der gelernten Weinkönigin.
Ich bemühe mich hier um eine vorsichtige Wortwahl, da die Maßstäbe für den Einsatz der Justiz gegen unerwünschte Meinungen in meinem Vaterland deutlich verschoben sind; man darf die Staatsorgane nicht mehr lächerlich machen. Man wäre dann Nazi. Ich will mich daran halten; enthalte mich also eines Kommentars zu den mitgebrachten Ehefrauen beim Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler und dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts. Warum bei diesen Staatsorganen am 03. Oktober die Gattinnen obligatorisch sind, wäre ohnehin eine ordnungspolitisch interessante Debatte: „Muss man dann mal mit Mutti?“
Jedenfalls kann man, ohne Nazi zu sein, sagen, dass diese Herrschaften mit Ehegattin aufgeschlagen sind und die weinselige Julia mit ihrem jüngsten Hospus. Der frisch gekürte Partner Pilawa aus Poppenbüttel kam im Schwarzhemd. Als ehemaliger Junggeselle kann ich den Vorteil des „black collar“ aus eigener Erfahrung loben; man muss nicht so oft Waschen, Hals wie Hemd. Da der Herr Pilawa aus Poppenbüttel aber einige Semester Geschichte studiert hat, darf ich etwas zu seinem Outfit ergänzen. Man trägt für diese Republik keine Schwarzhemden. Auch nicht als Inhaber eines Herrenausstatters aus Poppenbüttel.
Mussolini hat das Schwarzhemd eingeführt für seine faschistischen Schlägertruppen. Hitler hat so die SS gekleidet. Das war die Uniform des Terrors. Schwarzhemd war ein fester Begriff. Selbst die englischen Faschisten priesen das „black shirt“. Das geht zu Staatsakten dieser Republik als deren Repräsentant gar nicht. Warum weiß das der parfümierte Prolet aus Poppenbüttel nicht? Ich passe.