Logbuch
MASCHINE & MENSCH.
Die Maschinen haben uns von der Schinderei befreit. Der Rikscha-Fahrer hat nun ein Moped, Tuktuk genannt. Im Großen war es die Dampfmaschine, die den Zug zog oder die Kohle wie das Wasser aus der Grube holte. Den Weg von meinem Landsitz ins Berliner Büro hätte ich früher laut Routenplaner in 7 Tagen und 8 Stunden erwandern können, mit Nachtruhen also in zwei Wochen; jetzt fährt mich der Selbstzünder in weniger als 6 Stunden. Es ist die gute alte Maschine, die uns allzu harte körperliche Arbeit erspart. Ich verehre sie, die Maschine.
Diese Revolution soll nun auch für die geistige Arbeit anstehen, höre ich. Wir werden uns über vieles nicht mehr den Kopf machen müssen, weil das die neue Maschine namens Künstliche Intelligenz für uns machen wird. Der Rikscha-Fahrer hatte noch einen Abakus, der Steiger schon einen Rechenschieber, ich als Schüler ein Gerät von Texas Instruments, mein Selbstzünder heutzutage ein Navi. Ich muss nicht mehr Kopfrechnen. Ich fürchte, ich könnte es auch gar nicht mehr; Mathe war nicht meine Stärke. Ich verehre sie deshalb, die Mathematiker.
Eher schon konnte ich Geographie. Jetzt zur Episode. Ich war mit einer Gruppe hochrangiger Rüstungsmanager auf Charles De Gaulle gelandet, um eine Messe außerhalb von Paris auf einem kleineren Flugplatz zu besuchen. Wir bestiegen einen Bus und der freundliche Kollege am Steuer stellte das Navi scharf. Ich schlief ein. Aufwachend sehe ich, dass die Sonne für unsere Fahrtrichtung falsch steht. Wo fährt der Kerl hin? Ich erwähne Le Bourget; er lächelt. Als die Fahrt dann vor einem Museum namens Bordelle endet, sind wir mitten in Montparnasse; der Fahrer hatte uns mit einer Touristengruppe verwechselt und das Navi entsprechend eingestellt. Zwölf Top-Manager nennen einen Algerier einen Deppen und sind es doch selbst. Ich gebe trotz des Desasters ein anständiges Trinkgeld. Mit Taxis raus nach Le Bourget…
Niemals wird ein Auto „autonom“ fahren, auch wenn das der Irre von Tesla behauptet; vielleicht wird es bald „automatisiert“ fahren. Schon jetzt hilft mir die Schüssel dank der Rundumkamera viel. Aber einen dämlichen Touri von einem blitzgescheiten Kernphysiker zu unterscheiden, dass ist dem Pied Noir überlassen, den zu tadeln ich keinen Grund habe. In China, höre ich, weiß der Bus selbst dank Gesichtserkennung, wo man hinfahren soll und wer mitdarf. Da ist der Rikscha-Fahrer inzwischen also übers Moped hinaus. Im Osten geht die Sonne auf.
Logbuch
PAPAGEIEN DIE ZWEITE.
Ich muss ein Plagiat einräumen. Meine gestrige Bemerkung zu den kalifornischen Piraten und ihren stochastischen Papageien war nur zur Hälfte originär, sprich auf meinen Mist gewachsen. Hab ich geklaut. Dass die Künstliche Intelligenz nur plappert wie ein Papagei, das entstammt der amerikanischen Fachdiskussion. Der Pirat ist von mir, nur der. Aber es ist je keine Katachrese. Hä?
Langsam reicht es mit den Fremdwörtern, zumal altgriechischen Ursprungs. Die Bildungshuberei mit Latein ist schon aufdringlich genug. Wer dem Zeitgeist entsprechen will, der drückt sich im Amerikanischen aus. Kalifornische Kürzel, das ist es. Let that sink in. Die Papageien-Diskussion kommt genau daher, aus den Forschungsabteilungen der Piraten, die die allzu klugen Wissenschaftler inzwischen verbannt haben. Zensur pur. Was ist des Pudels Kern?
ChatGPT & Grok führen im Universum des bisher schon mal Gesagten eine komplexe Wahrscheinlichkeitsrechnung durch, die die signifikant häufigsten Formulierungen wiederholt und kontextualisiert. Das sind immer PLAGIATE, weil das Prinzip das der hochplausiblen Wiederholung ist. Und dieser Vorgang ist reproduzierbar, da Mathematik.
Ein Wort an meine Studenten: Es fällt auf. Man riecht es! Jede Hausarbeit, die ich abgelehnt habe, war mir sofort nach dem bloßen Durchblättern schon suspekt; nur aus rechtlichen Gründen lassen wir den Mist noch mal übers Programm laufen. Man spürt das Künstliche dieser Intelligenz durch bloßes Handauflegen. Lasst es; das sind Täuschungsversuche, die den Kundigen schlicht anspringen.
Aber man übt daran, sehr eifrig. Einer der Piraten hat deshalb seine Geschäftsverbindung geändert: Man löscht die erlauschten Texte nicht, sondern übt daran weiter. Auf alle Zeit. Mein Argument: Die Größe der Grundgesamtheit ist das Geheimnis. Keine Alchemie, nur Breite des Archivs und Geschwindigkeit der Rechenvorgänge.
Was KI nicht kann? Metaphorik, Ironie und spezifischer Kontext. Vielleicht Verstand, aber nie Vernunft. Vielleicht Popper, aber nie Kant. Es wird immer im Bierernst eines minderbegabten Realschülers zur Praxis der Galaxis gelabert. Das ist der schlaue Ton der ganz Doofen; ich reagiere allergisch. Sapienti sat. So, das müsst Ihr googeln; stimmt‘s?
Logbuch
PIRATEN MIT PAPAGEI.
Als ich auf die Welt kam, da rief der Chef seine Sekretärin Frollein Meier zum Diktat; die attraktive junge Dame setzte sich dann mit kurzem Rock und einem Stenoblock vor seinen Schreibtisch und notierte in Kurzschrift seine Korrespondenz, die sie anschließend abtippte. Als ich in den Vorstand kam, gab es noch immer die attraktive junge Dame, sie war auch zu einem Diktat bereit, konnte aber leider ihr Gekritzel hinterher nicht mehr entziffern; sie wusste aber eh, was zu schreiben war und machte das dann aus dem Gedächtnis und eigenem Gutdünken. Frollein Meier war 1952 wie 1992 ein menschliches Wesen.
Heute können das Maschinen, die allerdings im Umgang wie Menschen behandelt werden wollen. Ich soll sie sogar duzen. Den Text muss ich auch nicht vorgeben, da sie das dank AI, sprich Künstlicher Intelligenz, selbst wissen. Ich habe mir gestern ChatGPT-5 bestellt; dessen Artificial Intelligence übernimmt meine Urlaubsvertretung und schreibt die nächsten drei Wochen hier das Logbuch. Echt? Nein. Soweit werden wir das Anthropomorphie-Gebot nicht treiben. Hier wird es weiter menscheln.
Aber im Ernst, ChatGPT oder Grok? Es handelt sich um einen Papagei, der zwar plappern kann, aber nicht denken. Sein Geheimnis ist ein sehr, sehr großes Gedächtnis an Texten und blanke Wahrscheinlichkeitsrechnung. Der Apparat simuliert Sprechen als Sprache, indem er Vorhersagen trifft, was bisher in diesem Kontext besonders oft gesagt worden ist (er simuliert erwartbare „parole“ und täuscht damit „langue“ vor; für die Franzmänner unter uns). Im Amerikanischen spricht man von „assembled probabilistically“. Das ist im Kern Mathematik, nämlich die Verfügung über eine so große Zahl an Zufällen, dass daraus eine hohe Wahrscheinlichkeit errechnet werden kann. Aus einer Unzahl an Koinzidenz errechnet sich relative Kausalität. Diese mathematische Disziplin heißt Stochastik.
Auf den Schultern der kalifornischen Piraten sitzen stochastische Papageien. Das ist meine Tageslosung. Und ja, wenn er in seinem Archiv nichts findet, so treibt er seinen Simulationswillen schon mal bis in die Fälschung von Quellen. Natürlich kann AI lügen! Natürlich haust unter der Maske der Vernunft auch der Irrsinn. DeepFake. Wir wissen, dass die kalifornischen Piraten kein Gewissen haben. Warum sollten wir es dann bei ihren Papageien erwarten?
Logbuch
DAS MERKEL-BUCH KOMMT.
Wer dem Gemeinwohl brav gedient hat, der darf danach Kasse machen. Das Obama-Buch wird zehn Millionen Honorar gebracht haben. Die Autorin Angela tut es für weniger. Es geht ihr um mehr.
Zum Naturrecht braver Beamter und keuscher Politiker gehört es, dass man für die Entsagungen des Amtes im Ruhestand entlohnt werden will. Böse Zungen sagen: Das Keuschheitsgelübde ist abgelegt, jetzt beginnt die ALTERSPROSTITUTION. Die schon immer Schamlosen (heimlich) gehen jetzt (öffentlich) unter die Laterne, sprich auf den Straßenstrich. Und manche vom denen wollen durchaus, dass dies bemerkt wird.
Ich könnte hier Dinge vom englischen Premier Tony Blair erzählen, respektive der Kanzlei seiner Frau, die mir niemand glauben würde; jedenfalls keine Sozialdemokraten. Der Rubel rollt, sagt man wohl. Bescheidenere Seelen haben eine Stiftung, damit der Obolus nicht sichtbar den eigenen Vorgarten dünkt. Aber GELD ist nicht alles. Helmut Kohl etwa, eine besondere banale Gestalt unter den Tragischen, ging es nicht um BIMBES für seine privaten Vergnügungen, die banal genug waren. Nicht GELD ist das Thema der Abgesetzten, sondern GELTUNG.
Die radikale Pragmatikerin Merkel will RECHT BEHALTEN. Mich würde nicht wundern, wenn es bei Frau Baumann eine eigene kleine Ablage gab, in die Kopien von Kalendern und Reden und Dokumenten wanderten, die für eine AUTOBIOGRAFIE nützlich sein könnten; seit Jahren. Aktenzeichen „Apokryphe“. Weil, wer immer nur gewerkelt hat, was zu werkeln war; und zwar so, dass die eigene Macht erhalten blieb, den plagt am Abend nach dem DURCHWURSCHTELN die Sorge, wie das wohl vor Gott aussieht. Das ist der ernste Kern des Knef-Liedes, nach dem man gehalten haben will, was versprochen war.
Ja, so ist sie, die GETTO-BOXERIN aus dem Osten: sie will es gottgefällig gemacht haben. Genau das werden wir aus den 800 Seiten (interne Verlagsplanung) lernen. Das Duo Merkel-Baumann will keinen Ghostwriter, weil sie keinem Confidenten trauen. Selbst die Lektorin ist von ihnen bestimmt; sagen die Gerüchte aus dem Verlag. Küchenkabinett: Du kriegst die Boxerin aus dem Getto, aber niemals das Getto aus der Boxerin.
Bleibt die Frage nach dem Titel. Nein, WIR SCHAFFEN DAS wird es nicht. Ich tippe auf WAS VOM TAGE ÜBRIG BLIEB.
Oder etwas Biblisches. Man schaue in die Sprüche Salomons. Oder auf den Grabstein von Johannes Rau. Es wird ein Wort Jesu. Die „Maria Magdalena Merkel“ (sic) will GELTUNG vor GOTT, sagen mir kluge Kenner.