Logbuch
RESILIENZ.
Dieses neue Modewort meint Erholungsfähigkeit, Widerstandskraft. „Was mich nicht umbringt, das macht mich nur noch stärker!“ Siehe SpaceX. Das ist clever und irre zugleich.
Wir sehen einen Traum des kalifornischen Oligarchen am Himmel zerplatzen und ihn jubeln. Fast wie bei Alexis Sorbas: „So schön habe ich noch nie etwas zusammenbrechen sehen!“ Nach vier Minuten ist das gigantische Starship, das die Menschheit auf Mond und Mars bringen soll, ins Trudeln geraten und wurde gesprengt. Die Rakete funktioniert auf flüssigem Sauerstoff und Methan; die Resilienz auf PR. Ausschließlich.
Der ambitionierte Bure ist vor allem eines, ein Propaganda-Genie. Er drückte auf zwei rote Knöpfe; der eine sprengt das Raumschiff, der andere die Wahrnehmung dessen als Versagen. Eine riesige PR-Maschinerie läuft an, die das Unglück in Euphorie wendet. Alle Fachleute sind begeistert, dass der raketenbewehrte Reisebus überhaupt abgehoben hat. Welch ein Erfolg! Ein bisschen Schwund ist ja immer.
Erinnert mich an das sogenannte autonome Fahren des Batterie-Autos des Buren. Leider konnte es noch nicht zwischen Brücken und querstehenden LKWs unterscheiden, weshalb es, vermeintlich autonom eine Brücke unterfahrend, eine Schüssel unter einen Trailer donnerte, den Fahrer köpfend. Sprich den Passagier auf dem Fahrersitz; tatsächlich gelenkt hat das Ding ja der Rechner, der daraus mittels Datentransfer lernt. Kopflos nur der Fahrer.
Es stimmt, die Software ist inzwischen schlauer. Beim Batterie-Auto wie beim Reisebus zum Mars. Man muss das Verfahren „trial and error“ nur beschleunigen; irgendwann sind die möglichen Irrtümer aufgebraucht und die Wahrheit siegt. So geht „resilient“: wie bei Corona. Je schneller ein Volk durchseucht ist, desto immuner wird es. Ein bisschen Schwund … na ja, das hatten wir schon.
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WATERLOO WÄRMEMARKT.
Der unbesiegbare Napoleon Bonaparte war 1815 am Ende seiner Zeit; er verlor die Schlacht bei WATERLOO. Er musste nach Elba in die Verbannung. So wird es Rotgrün mit dem WÄRMEMARKT gehen. Diesen Enteignungswillen übersteht die Ampel nicht.
Mit den AUTOS mag das noch gut klappen, dass man uns die Motoren verbietet und zu Batterien zwingt. Schon da hatte ich Zweifel; ich glaube ja nicht an die Batterie. Zumal die gleiche Regierung keinen halbwegs verlässlichen Bahnverkehr hinkriegt. Ich gebe zu, dass ich Benzol im Blut habe; aber auf die Autobahn wirft mich das durchgängige Missmanagement der bundeseigenen Bahn. Sie zwingen mich ins Auto und nehmen mir den Motor.
Beim STROM akzeptiere ich, dass die Lücke, die Sonne und Wind lassen, mittlerweile durch deutsche Braunkohle und kolumbianische Steinkohle gefüllt wird. Glückauf! Der Rest der Welt sieht da die Kernkraft. Aber gut, das kriegen sie ideologisch nicht gebacken. Widerspricht ihren Glaubenssätzen.
Jetzt der Griff des Staates nach unseren Heizungen. Der FUROR der ENTEIGNUNG zieht von Haus zu Haus, auch wenn er nur Neubauten betrifft. Auf dem Land habe ich noch Öl und Buche, beides gut. In der Stadt noch eine Gas-Etagen-Heizung, weil Mehrfamilienhaus der Jahrhundertwende. Hier könnte man mit Strom direkt heizen, wenn der billig und reichlich käme: siehe oben. In meiner Stadtwohnung hatte ich vor Jahren vorausschauend einen alten Kachelofen restauriert und am Kamin gelassen, aus Nostalgie. Womit werde ich den nach dem Aus für Gas füttern? Braunkohlebriketts aus dem Baumarkt? Oder wie das Finanzamt in Meck-Pomm mit Akten?
Am Thema des Diktats der Wohnungsbeheizung wird sich die Energiewende die Arme brechen. Das wird der sprichwörtliche BROTPREIS, ein Auslöser für den Volksaufstand; ich wünsche das nicht, man muss es aber fürchten. Die grüne Denkfabrik des Robert Habeck ist beides nicht; sie ist erstens eine Bastelbude und keine Fabrik. Und leider denkt sie zweitens nicht, sondern folgt Glaubenssätzen. Das geht nicht lange gut. Habeck braucht dann wohl ein Ferienhaus auf Elba.
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GEKÜRZTER EINTRAG.
Eine Gesinnungsjournalistin der TAGESSCHAU schnattert, dass ein ihr unliebsamer Zeitgenosse durch einen Presserechtsanwalt vertreten werde, der bereits wegen suspekter Mandate bekannt sei. Das ist erstaunlich dumm.
Gelegenheit zu einer allgemeinen Anmerkung. Ohne jeden Bezug auf einen konkreten Fall oder gar eine bestimmte Kanzlei. Ich werde auch auf Nachfrage nicht konkreter. Anmerkung: Dieser Eintrag wurde ohnehin bereits gekürzt.
Selbst Gestrauchelte haben das Recht auf einen Anwalt, in Strafverfahren gar die Pflicht. Und der Anwalt des Eierdiebs ist kein Eierdieb, jedenfalls nicht wegen des Mandats. Im Feld des Presserechts, ein eher kleines Rechtsgebiet, weil eine überschaubare Zahl von Fällen, tummeln sich allerdings auch bunte Vögel.
Hier entsteht zuweilen der Eindruck, dass das Interesse an Eigen-PR gelegentlich über der Fürsorge zugunsten des Mandanten stehen könnte. Die Not zur Akquise von neuen Mandaten scheint zu einem öffentlichen Agieren zu animieren, das für die Seriösen alter Schule, wie sie mir sagen, an Parteienverrat grenzt.
Von weiteren Ausführungen, insbesondere Fingerzeigen, hat mir mein Anwalt abgeraten. Und auf den hör ich. Nein, kein Name.
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SHERPAs GLÜCK.
Die Hofmeister unserer Tage heißen Sherpas, meint Bergführer. Diese ZUSCHLÄGER und BOGENSPANNER umschwirren die wirklichen Feldherren wie die Bienen die Blüten der Macht. Davos ist voll davon. Wie gesagt habe ich diesmal leider kein Zimmer mehr gekriegt.
Das Dörfchen Bergün erreicht man mit der Eisenbahn, weist mich der Taxifahrer in Davos rüde zurecht, der offenbar keine Lust auf die Fahrt hat. Wie immer die halbe Wahrheit. In Bergün stapfe ich eine Dreiviertelstunde durch den Schnee, den Rollkoffer auf dem Buckel, bis ich das Chalet erreiche, in das mich AirBnB vergraben hat.
Mit Chalet meint der Eingeborene eine bessere Holzhütte, geteilt in sechs Schlafstuben. Strom ja, Frischwasser na ja und Abwasser in die Grube; willkommen in Graubünden. Preise erhaben. Geheizt wird mit Holz in einem mehr als stattlichen Kaminofen, der festgemauert das Zentrum des Holzhauses bildet. Beste Handarbeit. Ich bin beeindruckt. Mindere Holzqualität, aber hohe Ofenbaukunst. Alle sechs Stunden legt die Vermieterin, ein rechter Wildfang mit rosa Wangen, Fichte nach und die Kacheln halten brav die Wärme.
Ein englischer Investmentbanker, der Tippgeber zum Holzschlösschen, dessen Freundschaft ich mich erfreue, hat das kleine Paradies entdeckt und pflegt einen sehr vertrauensvollen Ton mit der Dame, die Rätoromanisch spricht, also schlicht nicht zu verstehen ist. Alle sechs Stunden legt sie, wie gesagt, Holz nach. Und um Mitternacht da bleibt sie gleich am Ort, da ja um Sechs wieder gefeuert werden muss. Das findet Sir Peter aus der Londoner City äußerst „convenient“. Der Hund.
Auf der Alm, da gibt’s ka Sünd.