Logbuch

Die Verärgerung im Volke steigt.

Reaktanz. Zusagen der Politik. Heute: Scholzomat & Frau Doktor (sic) Giffey, SPD.
Wenn Olaf Scholz, SPD, zum Bundeskanzler gewählt worden sein wird, wird er die Hälfte des Kabinetts mit weiblichen Politikern besetzen, sagt er. Ich sage, wenn ich der König der Welt werde, rufe ich den EWIGEN FRIEDEN aus. Darauf könnt Ihr Euch verlassen, egal, was passiert.
Nachtrag: „Der November ist der Monat der Eigenverantwortung.“ Schreibt mir der Sozialdemokrat Michael Müller, der Regierende in Berlin, in einem Brief, der gestern in meinem Kasten lag. Der November also.
Wie nennt man den Zustand, nachdem man erkannt hat, das man nicht für voll genommen wird? REAKTANZ.

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WIDER DEN STACHEL LÖCKEN.

Luther als Übersetzer gibt mir zu denken, als ich die Wartburg auf der Autobahn rechts neben mir lasse. Er hatte diese Redensart noch mit „wider den Stachel lekken“ angegeben, war sich aber so unsicher, dass er als Randnotiz angab, dass mit Lecken ein Austreten gemeint sei. Dem Volke auf das Maul schauen in Thüringen. Das mit dem Löcken steht irgendwo bei der Bekehrung des Saulus zum Paulus. Es war, wenn ich das recht erinnere, Gott selbst, der dem Saulus sagt, er solle jetzt endlich aufhören, wider den Stachel zu löcken / lecken. Dunkler Sinn. Klar ist nur, dass sich der Mensch in seine Bekehrung zum Christen schicken sollte. Man kommt aus der ganzen Etymogelei nur raus, wenn man die Semantik zugunsten der Pragmatik verlässt. Wir sind in den Zeiten vor Erfindung des Traktors. Arme Bauern mussten den Pflug oder den Ackerwagen von dem Vieh ziehen lassen, das sie ohnehin hatten. Etwa einem bockigen Esel. Oder dem ansonsten nutzlosen Ochsen. Um das unwillige Vieh anzutreiben, wurde es mit einem Stock / Stachel in die Hüfte gestoßen, wogegen die gequälte Kreatur austrat. Das konnte gefährlich werden. Er löckte wider den Stachel. Fahre bei DIE DREI GLEICHEN raus, um zu tanken. Neben der Tanke ein glimmender Holzkohlegrill. Morgens um sechs. Zum Frühstück Thüringer Bratwurst? Eher nicht.

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Es spricht GERD SCHRÖDER, und er macht es, noch immer, gut. Richtig gut. Das muss der Neid ihm nach wie vor lassen. Würde er sich nur nicht andernorts so vertingeln. Ach.

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KRIEGSFOLGEN.

An der Kurpromenade in Saarow, Brandenburg, verfällt ein Haus. Zur Gründerzeit errichtet war es einst stattliche Sommerfrische für die besseren Kreise Berlins. Dann ging der Erste Weltkrieg ins Land, in dem auch Deutsche jüdischen Ursprungs dienten. Und die Nazi-Zeit zog auf. Die vaterländische Gesinnung sollte sich nicht als Schutz erweisen. 1942 wurden die Bewohner, erzählt ein Stolperstein, in die Vernichtungslager deportiert. Ein Krieg gegen viele Völker, auch das eigene.

Man kann sich denken, wer die arisierten Gebäude, so das Wort der Zeit, dann bis 1945 nutzte. Damit war dann aber unter dem SED-Regime der DDR Schluss. Die befreundete Besatzungsmacht der Sowjets wandelte den Badeort zum Sanatorium, sprich zu ihrem Speergebiet. Selbst Kosmonauten sollen sich hier erholt haben. Die russische Präsenz endete erst 1994. Viele Gebäude wurden, so es Überlebende gab, restituiert. Ich rätsele, warum sich hier für dieses Gemäuer niemand fand. Oder niemand mehr hier etwas aufbauen wollte, was ich verstünde.

Das Dach der Villa ist schon lange eingefallen. Der Regen dringt ein, die Feuchtigkeit verlässt das Gemäuer aber nicht mehr. Das ist der endgültige Verfall. Der gute Architekt führt das Wasser auf kürzestem Weg weg von der Behausung. Nur so hält der Schutz. Wenn das nur mit den Kriegen gelänge.