Logbuch
SAUMAGEN.
„Das Volk sollte zwei Dinge nicht zu genau wissen, wie Wurst gemacht wird und wie Gesetze.“ Das Zitat wird Otto von Bismarck zugeschrieben. Es könnte auch von Robert Habeck sein, dessen Gesetze anmuten wie Hausschlachtungen. Der Schlächter watet im Blut.
Vom Guten der Sache beseelt, sollten doch die moralisch erhabenen Gesetze der Grünen die Zustimmung aller Aufrechten finden. Es gilt den Weltuntergang zu verhindern; wer könnte da abseits stehen. Aber die Engel, die durch die Hölle fliegen, versengen sich erneut die Flügel. Statt Filet von reinem Rind serviert man uns wieder hausgemachte Grütze im Darm. Wurst vom gerührten Schweineblut oder SAUMAGEN ist aber nicht halal, Bruder!
Der staatliche Eingriff in die Raumheizung der Bürger mittels Gebäude-Energie-Gesetz erweist sich schon im Gesetzgebungsverfahren als ein einziges Gewürge. Von dem Trauzeugen-Regime schlecht erdacht, holpert sich der Murks durch die Abstimmungsmühlen der Koalition, um dann im Eilverfahren durchs Parlament gepeitscht zu werden… Dem hat das Bundesverfassungsgericht jetzt Einhalt geboten.
Ich bin nicht sicher, ob das verfassungsrechtlich in Ordnung ist. Denn die Aussage, dass man ein Gesetzesentwurf nicht an einem Wochenende lesen könne, der erscheint mir doch als zu fadenscheinig. Das Problem liegt, so fürchte ich, woanders. Die Opposition aus Union und AfD will nicht zusammen abstimmen. Halb Rind, halb Schwein, das Rezept gibt es doch. Die Schwarzen und die Braunen können sich aber zu keinem „halb&halb“ entschließen, obwohl das ja die gute Bulette auszeichnet.
Und so wird ein vegetarisch gestimmtes Publikum Zeuge einer verkorksten Hausschlachtung. Blutwurst ist aber nicht jedermanns Sache. Erkenntnisekel: Es fehlt dem Schlächter an Genie wie am Handwerk.
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PRAHLHANS.
In der Presse erklärt sich der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff zum „glücklichen Menschen“; das gehört nicht in die Zeitung. Aber so etwas weiß er nicht, der Christian. Die ewige leichte Beute des Boulevards.
Auch nicht in die Presse gehört, was seine wiederholte Ehefrau über ihn schrieb, die von Rufmordversuchen so gezeichnete. Ich habe nie zu seinem Freundeskreis gehört, war zeitweise einer seiner Gegner, aber teile das Urteil von Hans Leyendecker, dass ihm Unrecht geschehen ist. Er hat eine hohe Opfereignung, noch immer.
Er kann es noch immer nicht. Wulff prahlt: Er habe in den letzten 8 Jahren 1000 Bücher gelesen, die er aber nicht bei Amazon beziehe, sondern im Buchladen erwerbe. Schwere Sachen wie Schopenhauer. Nun, das sind also 3 Bücher pro Woche, jede Woche, geholt und gelesen. Alle zwei Tage einen dicken Schinken, ohne Pause, tausend insgesamt.
Man lernt in der Politik zu lügen, aber doch bitte nicht so schlecht. Da ist mir der andere Hannoveraner lieber, der in den letzten 8 Jahren 1000 Flaschen Rotwein getrunken hat, drei pro Woche. Das kann stimmen. Wieder schlägt Schröder Wulff.
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SCHWEDENROT.
Eine Bekannte auf Facebook freut sich über die Schlüssel zu ihrem schwedischen Ferienhaus, traditionell eine rot gestrichene Holzhütte. Das rote Holzhaus am See ist auch ein Ort in unserem Seelenleben.
Eigentlich handelt es sich um ein Abfallprodukt aus dem Kupferbergbau. Die Stora Kopparbergs Actiebolaget (wenn ich das recht erinnere) in Falun ist die älteste AG der Welt und berühmt durch einen Tagesbruch, also die Implosion des gesamten Bergwerks zu einem riesigen Höllenschlund. Aber das ist, wie Kipling sagt, eine andere Geschichte.
Die Grubenwässer waren vitriolreich und das Kupfer wie das Eisenoxid ergaben die dann berühmte Falunfarbe. Damit präpariertes Holz schimmelte nicht mehr und wehrte Käfer ab. Zudem hatte die bescheidene Hütte damit den Ton der Backsteinhäuser, sah also gehoben aus. Romantische Malerei tat ihr übriges.
Was immer den Schweden unter den Völkern der Moderne auszeichnet, sein Talent zur Gestaltung eines Nationalcharakters der Wünschbarkeit ist ohne Gleichen. Ich nenne die Kitsch- und Tand-Rampe IKEA als Beispiel. Neben den osteuropäischen und asiatischen Billigmöbeln werden hier vor allem Accessoires angeboten, die die Behausungen der Spießer Europas verhübschen. Ekelhaftes Zeug.
Schweden galt der Linken als Élysée eines Sozialismus light. Eine fabelhafte Kinderbuchautorin hat viel geleistet und ein Ehepaar, das Krimis schrieb. Regelrechter Sehnsuchtsort wurde das zwischen Dänemark und Norwegen eingeklemmte Ländchen. Dabei hätte man in Europa ganz andere Erfahrungen erinnern können. Der dreißigjährige Krieg hat böse Spuren hinterlassen. Im Baltikum erinnert man anhaltende Übergriffe.
Die Vikinger waren für ufernahe Piraterie bekannt, bis tief in den Mittelmeerraum. Daher stammen die Blonden im Süden Italiens. Kein Scherz. Jetzt aber zum Punkt: Ich suche einen Gegenwartsroman, den ich nicht zu Ende lesen konnte und verlegt habe. Spielt in einem Restaurant Stockholms. Es gibt einen Gast, den sie „das Schwein“ nennen. Ja, und das nachgelassene Kind. Was passiert da hinterher in dem Verschlag?
Jemand eine Idee?
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DER EWIGE KRIEG.
Berlin ist unpassierbar, weil sich die Regierungschefs aus der Ukraine, Englands, Frankreichs und wohl auch Unterhändler Amerikas hier treffen. Ein Erfolg des deutschen Kanzlers. Von dieser Stadt gingen früher ja nicht gerade Friedenssignale aus. Und Merz schwadroniert nicht von einer Zeitenwende; insgesamt macht der Kerl keine schlechte Figur, obwohl nicht meine Kragenweite. Das ist aber völlig nebensächlich; in der Hauptsache ist anzumerken, die Russen fehlen am Tisch.
Dann könnte es einen Berliner Frieden geben. Wäre allemal nötig. Denn die Ukraine steht als zerstörtes Land da, der fruchtbare Boden getränkt mit dem Blut der eigenen Söhne und wohl auch des Aggressors. Kriege kennen keine Gewinner, oft auch nicht auf Seiten der Sieger, wenn es die dann am Ende gibt; jedenfalls wird immer und von allen ein Preis gezahlt, dessen es nicht bedurfte hätte.
Man bemerkt, dass der FRIEDEN kein Naturzustand ist. Der Naturzustand ist jene vielfältige Barbarei, zu der sich die wilde Willkür von jedweden Herrschaften eingeladen sieht. Der Mensch als des Menschen Wolf. Allerdings ist das keine anthropologische Frage, sondern eine politische und soziale. Man kann schon sehr genau sagen, wenn Taschen sich füllen und mit wessen früherem Reichtum oder vergossenem Blut. Deshalb ist FRIEDEN eine Vernunftfrage; ein künstlicher Zustand, den man erreichen kann, wenn Republiken sich als Rechtstaaten dazu verabreden. Vielleicht sogar als Aufhebung der ewigen Kriege in einem andauernden Frieden. Bedürfte der Vernunft.
Was aber machen wir mit halben Despoten, die ihrer Vernunftbegabung nicht so richtig nachgeben wollen? Oder gegnerischen Weltreichen mit ungestilltem Machthunger? Nun, Friedenspolitik gibt vor, was sie zu erreichen gedenkt. Das ist der Lehrsatz. Er stammt vom ollen Kant und ist von 1795. Ein Satz von kontrafaktischer Wahrheit; was das ist, kriegen wir später.
Zwischenzeitlich bräuchte es ein starkes Völkerrecht und einen Völkerbund, der sich dem verpflichtet fühlt. Sozusagen Vereinte Nationen. Eine ernstzunehmende und ernstgenommene Autorität. Keine Kriegstreiber. Was Luther mit Bezug auf Jesus Friedensfürsten nannte. Die UNITED NATIONS also. Da aber sitzt Annalena Baerbock. Damit hat selbst Kant nicht gerechnet.